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Camille Dufieux, Leiterin Portfolio Supervision

„Auch wenn INTREAL in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, haben wir uns den Start-up-Charakter in gewisser Weise bewahren können. Damit meine ich vor allem, dass es Raum für Kritik und Verbesserungsvorschläge gibt und man nicht kritisiert oder „bestraft“ wird, wenn man seine ehrliche Meinung äußert.“

Sie sind die allererste Mitarbeiterin der INTREAL. Wie sind Sie zur INTREAL gekommen und wie hat sich der von Ihnen geleitete Bereich Portfolio Supervision entwickelt?
Ja, das stimmt. Gestartet bin ich 2006 bei Warburg – Henderson, wo ich zuletzt den Bereich Treasury geleitet habe. 2010 bin ich dann zur INTREAL gewechselt – als allererste Mitarbeiterin nach der Gründung des Unternehmens 2009. Damals gab es mit Pradera den ersten Fondspartner und es wurde deutlich, dass die Service-KVG dringend eine Schnittstelle zwischen dem Kunden und den internen Abteilungen einrichten musste. Die hier geforderten Aufgaben werden in einer KVG üblicherweise vom Portfolio Management abgedeckt. Als Service-KVG wollen wir uns aber auf die Auflage und Administration konzentrieren und diesen Bereich des Portfolio Managements bewusst nicht anbieten. Deshalb haben wir den Bereich Portfolio Supervision genannt, um ihn deutlich vom Portfolio Management zu unterscheiden. Seit 2009 beziehungsweise 2010 sind Jahr für Jahr neue Fondspartner hinzugekommen. Heute haben wir mehr als 25 Fondspartner.

Welche Rolle hat der Bereich Portfolio Supervision bei INTREAL?
Wir sind das Gesicht zum Kunden und so die Hauptschnittstelle zwischen den internen Abteilungen wie Fondsbuchhaltung und –controlling und den Fondspartnern. Besonders wichtig ist dabei der Dienstleistungs- und Service-Gedanke: Ich sehe uns als „Anwalt“ des Kunden, der – soweit wie möglich – seine Interessen über uns als Vermittler intern wie extern durchsetzen kann. Wer diesen Job macht, muss daher aufgeschlossen und über die verschiedenen Prozesse der einzelnen Abteilungen sehr gut informiert sein, um sie dann auch entsprechend koordinieren zu können.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?
Das ist das Schöne an meiner Arbeit: Es gibt keinen Alltag. Jeder Tag ist anders. Unter anderem begleite ich alle neuen Fondspartner, die bei uns ihren ersten Fonds auflegen, gemeinsam mit einem Portfolio Supervisor. Wenn alle Prozesse rund laufen und eingespielt sind, übergebe ich die Betreuung komplett an den bereits eingebundenen Mitarbeiter. Neben dem operativen Bereich bin ich aber vor allem für sämtliche fondsübergreifende Themen zuständig und verhandle beispielsweise LOIs („Letter of Intent“ = engl. Absichtserklärungen zum Vertragsabschluss).

Daneben stehe ich natürlich meinen Mitarbeitern jederzeit für Fragen zur Verfügung. Generell lasse ich ihnen aber sehr viel Freiraum.

Was ist für Sie ganz besonders an INTREAL?
Auch wenn INTREAL in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, haben wir uns den Start-up-Charakter in gewisser Weise bewahren können. Damit meine ich vor allem, dass Raum für Kritik und Verbesserungsvorschläge gibt und man nicht kritisiert oder „bestraft“ wird, wenn man seine ehrliche Meinung äußert. Für viele Kollegen, die aus Konzernen zu uns wechseln, ist das eine neue Erfahrung – und besonders wichtig. Hier hat jeder die Chance, etwas zu bewegen und zu verändern.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die flachen Hierarchien: Die Geschäftsführer sind für jeden ansprechbar und pflegen einen entspannten Umgang mit den Mitarbeitern. Ich selbst gebe mir sehr viel Mühe, die Arbeitsbelastung fair zu verteilen, damit das Team harmonisch zusammenarbeitet und alle gerne zur Arbeit kommen. Dabei ist natürlich die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein wichtiger Faktor. So arbeiten meine Mitarbeiter zum Teil auch in Teilzeit oder von zu Hause aus.

Sie haben so gesehen Ihr Team bis heute selber ausgewählt und entwickelt. Sehen Sie das als Vorteil?
Nicht nur das. Ich sehe es sogar als großes Privileg an, dass ich mein Team mit den entsprechenden Kernkompetenzen über die vergangenen Jahre selber zusammenstellen konnte. Aktuell haben wir zehn Portfolio Supervisor, vier Assistant Manager und zwei Fachspezialisten (Bewertung & Finanzierung). Dass die Zusammenarbeit unter ihnen sehr harmonisch ist, liegt sicher in großem Maße auch an der Auswahl der einzelnen Charaktere, die sich gut ergänzen.

Sie sind Französin – gibt es etwas, das sich die Deutschen von unseren Nachbarn abschauen sollten?
Ich glaube, ich bin sogar mehr Deutsche als Französin – zumindest im Hinblick auf Pünktlichkeit und Sachlichkeit. Da ich mein gesamtes Berufsleben hier verbracht habe, fällt es mir eher schwer, tatsächliche Unterschiede aufzudecken. Eines vielleicht: Die Wertstellung des Mittagessens ist in Deutschland anders. Das wird manches Mal – zum Beispiel bei längeren, externen Meetings – einfach vergessen. Das finde ich schade.