10 Jahre INTREAL – niemand hat ein solches Wachstum vorhergesehen

HERR SCHNEIDER, AN EINEM ZEHNJÄHRIGEN UNTERNEHMENSJUBILÄUM GEHT DER BLICK AUTOMATISCH EINE DEKADE ZURÜCK. WO UND WIE ENTSTAND DIE IDEE ZUR INTREAL?

Das Modell der Service-KVG bzw. Master-KVG ist seit Jahrzehnten im Wertpapiergeschäft etabliert. Im Immobilienbereich war die Trennung von Fondsadministration und Portfoliomanagement dagegen aufgrund rechtlicher Restriktionen so nicht möglich. Dies änderte sich Ende 2007 mit der Novellierung des Investmentrechts. Diese neue Möglichkeit nutzte die damalige Warburg – Henderson KAG als erste Gesellschaft. Das Unternehmen ging diesen Weg vorrangig, um sein Back-Office auszulagern und so die Leistungen der Fondsadministration durch Dritte nutzen zu können. Auf diese Weise konnten die wachsenden Kosten besser verteilt werden. Zu den „Vätern“ der INTREAL zählt Erik Marienfeldt, Geschäftsführer der HIH Real Estate, der seit der Gründung Aufsichtsrat der Warburg – Henderson KAG (heute Warburg-HIH Invest) und der INTREAL ist.

HABEN SIE MIT EINER SO SCHNELLEN UND POSITIVEN GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER INTREAL GERECHNET?

Die Initiatoren waren von Beginn an von der Idee der optimierten Gebührenverteilung auf mehrere Nutzer der Administrationsplattform überzeugt. Das erfolgreiche Geschäftsmodell bietet aber mehr als nur einen Cost-Sharing-Ansatz: Erst die konsequente Weiterentwicklung der Vorteile für Assetmanager und Investoren wie z.B. Flexibilität, Sicherheit und Know-how für neue Geschäftsansätze hat INTREAL zu einem erfolgreichen Pionier des Geschäftsmodells der Immobilien-Service-KVG und einer etablierten Marke gemacht.

Dennoch haben wir das Ausmaß des Wachstums nicht vorhergesehen. Es gibt alte und aus damaliger Sicht sicherlich sehr ambitionierte Businesspläne, die für das Jahr 2019 eine INTREAL prognostizieren, die nur maximal halb so groß ist, wie es jetzt Realität geworden ist. Dass wir zum Ende 2018 die Marke von 24 Mrd. Euro bei den Assets under Administration geknackt haben, ist wirklich ein großer Erfolg, der aber teilweise auch dem anhaltenden Nachfrageboom nach Immobilienanlagen zuzuschreiben ist.

HERR DR. MERTENS, BLICKEN WIR ZEHN JAHRE IN DIE ZUKUNFT. WO WIRD DIE INTREAL IM JAHR 2029 STEHEN?

Ich gehe davon aus, dass die INTREAL dann – wie bereits heute – eine führende Service-KVG in Deutschland sein wird. Zukünftig wollen wir uns aber noch mehr als Qualitätsführer positionieren, da Wachstum „um jeden Preis“ kein nachhaltiges Unternehmensziel ist. Des Weiteren bin ich mir sicher, dass wir zukünftig noch deutlich mehr für andere zugelassene Management-KVGs arbeiten werden als heute. Der Grund: Sowohl die Regulierung und Komplexität auf der einen Seite als auch die Aufgaben im Zusammenhang mit den Investoren und den Immobilien auf der anderen Seite werden weiter zunehmen. Dies wird zunehmend nur noch durch konsequente Arbeitsteilung und Einsatz von Spezialisten zu bewältigen sein.

Die vielleicht wichtigste Herausforderung für die zweite Dekade wird jedoch die Internationalisierung unseres Geschäftes sein. Aktuell sind wir noch sehr stark auf den Fondsstandort Deutschland fokussiert. Das soll sich ändern. Ich hoffe, dass sich das Wachstum der kommenden Jahre zu gleichen Teilen auf deutsche und ausländische Vehikel verteilt. Wichtigster Ansatzpunkt für uns ist der Auf- und Ausbau des Geschäftes in Luxemburg, dem wichtigsten europäischen Fondsstandort. Immer mehr ausländische Manager und Investoren fragen die erweiterten Leistungen und umfassenden Anleger-Reportings nach, die wir in Deutschland schon erfolgreich etabliert haben.

HERR ERTLE, WAS HAT DIE INTREAL SO ERFOLGREICH GEMACHT?

Ein Stück weit lässt sich die Frage mit der Floskel von der richtigen Idee zum richtigen Zeitpunkt beantworten. Das ist aber nicht alles. Das größte Kapital der INTREAL sind die qualifizierten Mitarbeiter. Nur damit können aus Ideen kundenspezifische Lösungen gemacht und ständig weiterentwickelt werden. Aufgrund des Assets „Immobilie“ in unserem Geschäftsmodell sind der Grad der Automatisierung und der Einsatz von IT zwar wichtig, aber auch begrenzt. Die Fragestellungen und Herausforderungen sind und bleiben individuell, sodass der Einsatz von Spezialisten unentbehrlich ist. Wir legen daher auch großen Wert auf eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur. Dazu gehören eine umfassende interne Kommunikation und ein reibungsloser Informationsfluss. Uns ist wichtig, dass der soziale Kitt stimmt. Unser Wunsch und Anspruch ist, dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen, dass der Austausch über das Fachliche hinausgeht und dass sie ihre INTREAL leben.

ALLE GESCHÄFTSFÜHRER: WIE SCHAFFEN SIE ES, DIESEN WUNSCH ZU REALISIEREN?

Das ist sicherlich eine ständige Herausforderung, die wir aber – alternativlos – annehmen müssen. Wir haben im Unternehmen eine hohe personelle Konstanz. Es sind z.B. noch fast alle Mitarbeiter der ersten Stunde an Bord. Wir möchten uns zum Jubiläum bei allen Mitarbeitern bedanken. Ohne sie und ihren Einsatz wäre die Erfolgsgeschichte der INTREAL, die mit Recht als außergewöhnlich bezeichnet werden darf, nicht denkbar.

Danken möchten wir auch unseren vielen Fondspartnern und anderen Geschäftspartnern – denen, die uns schon viele Jahre begleiten ebenso wie den neuen. Wir haben sehr viel von unseren Kunden und Partnern gelernt und mit ihnen die INTREAL weiterentwickelt. Die Tatsache, dass sie uns ihr Vertrauen geschenkt haben, trägt zu unserem Erfolg bei und zeigt den wahren Grund für den Erfolg der INTREAL – nämlich konsequent kunden- und leistungsorientierte Produkte. Ein Wunsch, dem wir auch in Zukunft entsprechen wollen.