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Die Offenen Immobilien-Publikumsfonds trotzen anhaltender Corona-Pandemie. Fondsanbieter blicken verhalten optimistisch auf 2021. Insgesamt sind die Mittelzuflüsse weiterhin auf hohem Niveau und lagen 2020 nur leicht niedriger als im Vorkrisenjahr 2019. Aufgrund mangelnder Anlagealternativen wird auch für 2021 mit einer hohen Nachfrage gerechnet. Die INTREAL geht davon aus, dass auch neue Themen-Fonds auf den Markt kommen und so die Vielfalt an Immobilien-Publikumsfonds die Attraktivität auch für neue Anleger erhöht.

Dies sind die Kernergebnisse der Online-Pressekonferenz „Ausblick 2021 offene Immobilien-Publikumsfonds“, an der heute Dr. Christine Bernhofer, CEO der Swiss Life KVG mbH sowie COO von Swiss Life Asset Managers, Klaus Niewöhner-Pape, Geschäftsführer von INDUSTRIA WOHNEN, Michael Schneider, Geschäftsführer der INTREAL und Ulrich Steinmetz, Mitglied der Geschäftsleitung bei der DWS Grundbesitz teilnahmen.

Weitere Ergebnisse: Kündigungen vonseiten der Privatanleger gibt es bislang nur in geringem Umfang und das Renditeniveau ist 2020 stabil im positiven Bereich geblieben. Der Umfang der Mietausfälle hängt von der Nutzungsart ab, ist jedoch insgesamt gering. Dies gilt vor allem für Wohnimmobilien. Trotz der bislang geringen Auswirkungen herrscht Konsens, dass die Krise noch nicht überstanden ist und dass sich Krisenfolgen auch noch 2021 zeigen können.

Die Fonds, die in verschiedene Nutzungsarten investieren, arbeiten auf einen ausgeglicheneren Mix hin – das heißt, die großen Anteile an Büro und Handel werden reduziert, die Anteile an offensichtlich krisen-resistenten Assetklassen Wohnen und Logistik ausgebaut. Diese Entwicklung wird von Corona beschleunigt und wird auch 2021 dominieren.

Neben der Bewältigung der Pandemie-Folgen wird die ESG-Regulierung die zweite große Aufgabe für die Fonds 2021 sein. Einige Experten sehen hier auch Chancen für neue Fonds, da das Thema Nachhaltigkeit auch bei Privatanlegern eine immer wichtigere Rolle spielt.

INTREAL rechnet auch 2021 mit neuen Fonds

Zunächst gibt Michael Schneider von der INTREAL einen allgemeinen Überblick und Ausblick über das Segment der offenen Immobilien-Publikumsfonds: „Zwischen Januar und November 2020 flossen den offenen Immobilien-Publikumsfonds laut Bundesbank 8,3 Mrd. Euro zu. Das ist geringfügig unter dem Vorjahreswert. Wir rechnen mit anhaltend hohem Anlegerinteresse im Jahr 2021 und Mittelzuflüssen in einer ähnlichen Größenordnung.“

Trotz Corona-Pandemie ist Schneider verhalten optimistisch: „Auch wenn das Marktumfeld schwierig ist, rechnen wir mit neuen Fonds. Im zweiten Halbjahr 2021 werden neue Produkte auf den Markt kommen, die wegen Corona verschoben wurden. Derzeit befinden wir uns in konkreten Vorbereitungen für mindestens ein neues Produkt für Privatanleger.“

Parallel zu den Corona-Folgen müssen die Fonds die ESG-Regulierung umsetzen bzw. vorbereiten, was zunächst einmal Kosten verursacht. Schneider dazu: „An ESG führt kein Weg vorbei: Die Anpassung von MiFID II führt zu einer Integration von ESG bzw. Nachhaltigkeit in die Anlageberatung. Hier sehen wir Produktchancen – beispielsweise für einen Impact Investing Fonds in Gestalt eines Publikumsfonds.“

Fondsrenditen blieben bei den Publikumsfonds der DWS 2020 stabil

Die DWS managt drei offene Immobilien-Publikumsfonds für Privatanleger mit einem Gesamtnettofondsvermögen von 14,5 Mrd. Euro. Ulrich Steinmetz, Mitglied der Geschäftsleitung bei der DWS Grundbesitz, führt aus: „Wir hatten im Corona-Jahr 2020 keinen Anstieg der Rückgaben bzw. Kündigungen seitens der Anleger zu verzeichnen. Die Mittelzuflüsse in unsere drei Publikumsfonds blieben insgesamt auf hohem Niveau und erreichten 2020 rund 1,6 Mrd. Euro. Auch während der Pandemie blieben die Fondsrenditen stabil: Sie lagen – je nach Fonds – zwischen 1,7 Prozent und 2,2 Prozent.“ Alle drei Publikumsfonds der DWS haben seit Auflegung in jedem der jeweiligen Geschäftsjahre positive Renditen erwirtschaftet und sind breit diversifiziert. „Seit Jahren erfolgt eine noch stärkere Diversifikation in Richtung Wohnen und Logistik. Diese Entwicklung wollen wir auch 2021 fortsetzen. Mit einem geschäftswirksamen Transaktionsvolumen im Jahr 2020 in Höhe von rund 1,9 Mrd. Euro und zusätzlichen rund 1,0 Mrd. Euro an Kaufvertragsabschlüssen 2020 für Folgejahre ist die Pipeline gut gefüllt.“ Auch das Thema ESG steht bei der DWS ganz oben auf der Agenda. „Wir haben uns u.a. verpflichtet, die CO2-Emissionen unseres europäischen Büroimmobilien-Portfolios bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.“

Positive Erwartungen für das Wohnsegment

INDUSTRIA WOHNEN managt den FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND, einen offenen Immobilien-Publikumsfonds, der ausschließlich in Wohnimmobilien investiert. Klaus Niewöhner-Pape, Geschäftsführer von INDUSTRIA WOHNEN sagt: „Insgesamt sind unsere Erwartungen für das Wohnsegment in Deutschland für 2021 positiv. Die Ausfallrisiken bei den Wohnungsmieten schätzen wir moderat ein. Die umfassenden staatlichen Hilfen zeigen im Wohnsegment Wirkung.“ Mit Blick auf die Preisentwicklung im Wohnsegment sagt Niewöhner-Pape: „Wohnimmobilien sind trotz der hohen Preise marktgerecht bewertet, der Renditeabstand zu langfristigen Bundesanleihen ist in der Tendenz eher gestiegen. Wir gehen für 2021 von Mittelzuflüssen von 150 bis 200 Mio. Euro aus. Geplant ist der Ankauf von drei bis fünf Projekten mit einem Gesamtvolumen von 200 Mio. Euro.“  Ein weiteres Ziel von INDUSTRIA WOHNEN: „Wir wollen circa 15 bis 25 Prozent des Fondsvermögens in gefördertes Wohnen investieren. Die Renditen sind nur geringfügig niedriger, dafür ist die Einnahmesicherheit sehr hoch.“

Fokus bei Ankäufen auf Wohnen und Logistik

Die Swiss Life KVG managt den ‚Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working‘, einen Publikumsfonds mit einem Nettofondsvermögen von 901 Millionen Euro, der in Immobilien der Nutzungsarten Büro, Gesundheit, Wohnen und Einzelhandel investiert sowie den ‚Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living‘ mit einem Nettofondsvermögen von 310 Millionen Euro, der den Fokus auf die Nutzungsart Wohnen legt. Dr. Christine Bernhofer, CEO der Swiss Life KVG mbH sowie COO von Swiss Life Asset Managers, berichtet: „Nach einem Rückgang der Zuflüsse im März und April 2020 verzeichneten wir eine deutliche Erholung sowie weiterhin kaum Rückgabewünsche. Die Nettomittelzuflüsse betrugen bei den oben genannten Fonds 2020 rund 480 Millionen Euro.“

Corona hat bislang keine großen Spuren hinterlassen. „Bis Ende 2020 lagen die Mietausfälle unserer Fonds im kleinen einstelligen Prozentbereich. Dies verdanken wir unserem breit diversifizierten und zukunftsweisendem Nutzungsarten-Mix bzw. der Konzentration auf die Nutzungsart Wohnen“, so Bernhofer.

Auch Swiss Life Asset Managers will bei ihren Publikumsfonds 2021 auf die Nutzungsarten Wohnen und Gesundheit setzen. „Geografisch stehen bei den Ankäufen derzeit Luxemburg, Frankreich, Irland, Österreich, Finnland und Deutschland im Fokus.“

Pressekontakt

c/o RUECKERCONSULT
Daniel Sohler
sohler@rueckerconsult.de
+49 30 82 44 987 49

 Pressemitteilung zum Download: hier